Perspektive AGAP

Die Arbeit in der Pflege ist geprägt durch den unmittelbaren Umgang mit Menschen, die Unterstützung und Zuwendung benötigen, um ihren Alltag bewältigen zu können. Das Pflegepersonal verbindet mit seiner Arbeit eine starke persönliche Motivation. Das gilt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände, der kirchlichen Träger und der privaten Pflegeunternehmen gleichermaßen. Jedoch sind die Arbeitsbedingungen oft gekennzeichnet durch enorme körperliche und psychische Belastungen, Zeitdruck und ungünstige Arbeitszeiten. In der ambulanten Pflege werden die Arbeitsbedingungen zusätzlich durch die Situation der pflegenden Angehörigen, die soziale Einbindung und die häusliche Umgebung des Pflegebedürftigen erheblich mitbestimmt.

Aufgrund des zunehmenden Engpasses bei der Versorgung älterer und erkrankter Menschen und des wachsenden Bedarfs an Pflegekräften steigt der Handlungsdruck, attraktive Arbeitsbedingungen zu gestalten, die den berufsspezifischen Anforderungen und Belastungen Rechnung tragen.

Das Projekt „Perspektive AGAP“ in Trägerschaft von tamen. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Situation der Beschäftigten in Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege im Land Brandenburg zu verbessern. Die Pflegedienste werden dabei unterstützt, angesichts branchenspezifischer Rahmenbedingungen und Herausforderungen die für sie passenden Lösungen in den Bereichen Personal- und Organisationsentwicklung zu finden.

„Perspektive AGAP“ wird im Zeitraum vom 01.07.2017 bis 30.06.2020 in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg und bpa Arbeitgeberverband e.V. durchgeführt

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Handlungsfelder

Handlungsfeld 1: Modernisierung der Arbeitsorganisation von Pflegediensten im Sinne Guter Arbeit

Über die Beratung von Pflegeeinrichtungen durch Fach- und Prozessbegleiter wird die Beschäftigungsfähigkeit des Pflegepersonals erhalten. Auf Organisationsebene werden mit gezielten Maßnahmen die Arbeitsbedingungen entwickelt, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen und sich auf die zukünftigen Entwicklungen einzustellen. Damit wird ein positiver Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs geleistet und so die Zukunftsfähigkeit der Branche gestärkt.

Das Projekt AGAP bietet Trägern von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen eine bedarfsorientierte Beratung und Unterstützung in folgenden Handlungsfeldern an:

  • Personalentwicklung
  • Weiterbildung und Kompetenzentwicklung
  • effektiver Einsatz der zur Verfügung stehenden Ressourcen
  • Entwicklung flexibler Arbeitszeitmodelle
  • Entwicklung von Alternativen zu atypischen Beschäftigungsverhältnissen
  • Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie bzw. Pflege von Angehörigen
  • Gesundheitsschutz und Prävention am Arbeitsplatz
  • Altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung

Auf weitere spezifische Problemlagen in den Unternehmen kann eingegangen werden.

 

Handlungsfeld 2: Überbetriebliche Kooperation in der Pflege

Die meisten Pflegedienste und Einrichtungen in Brandenburg sind Organisationen mit kleinen oder mittelständischen Strukturen. Das bedeutet, dass sie für die Sicherung ihrer Arbeitskräfte und für das Personalmanagement nur eingeschränkt eigene Ressourcen einsetzen können. Die Ressourcenknappheit und der ausgeprägte Fachkräftemangel sind der Ausgangspunkt für Überlegungen, gemeinsam mit den Unternehmen überbetriebliche Ansätze zu diskutieren und zu entwickeln.

 

Handlungsfeld 3: Sozialpartnerschaftlicher Dialog in der Pflege

Durch „Perspektive AGAP“ werden Aspekte betrieblicher Mitbestimmung in ihren verschiedenen Ausprägungen und Formen kollektiver Interessenvertretung thematisiert. Wir wollen mit den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern darüber ins Gespräch kommen, welche Bedeutung ein lebendiger Dialog für die Arbeitsbedingungen in den ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen hat und zukünftig haben sollte. Personalvertretungen wollen wir die Möglichkeit geben, sich (regional) zu vernetzen und auszutauschen. Letzten Endes geht es darum, die praktizierte (und praxisorientierte) Sozialpartnerschaft in der Pflege weiterzuentwickeln.

 

Projektbeirat

Das Projekt „Perspektive AGAP“ wird durch einen Beirat begleitet, der halbjährlich zusammenkommt. In dem Projektbeirat wird unter anderem die Resonanz aus Themen und Informationen der Pflegeeinrichtungen erörtert, die im Zuge des Projektes beraten werden. Zum Thema gemacht werden Möglichkeiten und Wege zur Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen in der Pflege, dazu werden die unterschiedlichen institutionellen Sichtweisen ausgetauscht.

Der Projektbeirat konstituiert sich aktuell aus Vertreterinnen und Vertretern der Projektpartner ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg und bpa Arbeitgeberverband e.V. sowie von AOK Nordost, Der Paritätische Landesverband Brandenburg e.V. und aus dem Kreis der Beraterinnen und Berater.

 

Termine

nächste Beiratssitzung: tba.

nächster Dialogworkshop: voraussichtlich Mai 2019

 

Materialien

Projektflyer (PDF)

Dokumentation (PDF) des Werkstattgesprächs „Die Bedeutung des Konzepts »Sorgender Gemeinschaften« für die professionelle Pflege“ am 19.10.2018 im IKMZ Cottbus

Franziska Schwarz, www.scivisto.com

 

Kontakt

Haben Sie Fragen zum Projekt oder Interesse an den Angeboten? Bitte nehmen Sie Kontakt mit Sigrid Wölfing oder Michael Hacker auf.

 

MASGF_RGBEU_Sozialfonds_rechts

 

 

 

Das Projekt wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg im Rahmen der Brandenburger Sozialpartnerrichtlinie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.