Von Erinnerungen zu Zukunftsperspektiven – das BEB-Projekt in Cottbus und der Schlesischen Oberlausitz
©tamen
19. Juni 2026
Kirchliche Gebäude sind weit mehr als Orte für Gottesdienste. Sie sind Treffpunkte, Erinnerungsorte, Teil der Ortsgeschichte und oft eng mit den Lebensgeschichten der Menschen vor Ort verbunden. Gleichzeitig stehen viele Gemeinden vor der Herausforderung, ihre Gebäude unter veränderten Rahmenbedingungen zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Wie können Entscheidungen über kirchliche Gebäude so getroffen werden, dass sowohl die Bedeutung der Orte als auch die zukünftigen Möglichkeiten im Blick bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt BEB – Bewahren. Entwickeln. Beleben – Bauten in der Transformation das tamen. gemeinsam mit den Kirchenkreisen Cottbus und Schlesische Oberlausitz begleitet.
Ein wichtiger Schritt im Prozess waren die regionalen Workshops. Dabei stand zunächst nicht die Frage nach einzelnen Gebäuden im Mittelpunkt, sondern die Regionen selbst: Was prägt die Gemeinden? Was ist den Menschen vor Ort wichtig? Welche Rolle spielt Kirche im Alltag der Region?
Mithilfe von Fotos, persönlichen Gegenständen und gemeinsamen Gesprächen machten die Teilnehmenden sichtbar, was ihre Regionen auszeichnet. Sie markierten wichtige Orte auf den Regionskarten, teilten persönliche Erfahrungen und erinnerten sich an prägende Ereignisse und Begegnungen. Dabei wurden sowohl die enge Verbindung kirchlicher Orte mit dem sozialen, kulturellen und geistlichen Leben als auch aktuelle Herausforderungen, Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten der Regionen sichtbar.
Auf dieser Grundlage erarbeiteten die Gruppen zentrale Themen, Besonderheiten und Schwerpunkte ihrer Regionen. Die entstandenen Regionenprofile bilden nun eine wichtige Grundlage für die weiteren Schritte im Projekt.
Ein zentrales Ergebnis der bisherigen Arbeit: Entscheidungen über Gebäude können nicht losgelöst von den Menschen, ihren Aktivitäten und den regionalen Gegebenheiten getroffen werden. Bevor über Nutzung, Sanierung oder Veränderungen gesprochen wird, braucht es ein gemeinsames Verständnis davon, was die Orte auszeichnet und welche Aufgaben Kirche dort erfüllt.
In den kommenden Monaten startet das Projekt in die nächste Phase. Gemeinsam mit der Steuerungsgruppe des Kirchenkreises Cottbus und den Pilotgemeinden im Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz werden Einschätzungskriterien für kirchliche Gebäude entwickelt. Daraus entsteht ein Fragebogen, der später in den beteiligten Kirchenkreisen eingesetzt werden soll. Ziel ist es, Gebäude nicht allein nach baulichen oder finanziellen Gesichtspunkten zu betrachten, sondern auch ihre Bedeutung für das Gemeindeleben, ihre Rolle im Ort, ihr Zukunftspotenzial und ihre Nutzungsmöglichkeiten einzubeziehen.
So entstehen schrittweise tragfähige Grundlagen für zukünftige Entscheidungen – mit Blick auf die Gebäude ebenso wie auf die Menschen und Regionen, für die sie von Bedeutung sind.


