Arbeit und Pflege im Einklang

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Kurzinfos

Projektlaufzeit: 01.10.2026 bis 30.09.2028

Projektkoordination: Dr. Franziska Trauzettel

Projektmitarbeiter*innen: Juliane García, Andreas Schulte-Hemming

Gefördert aus Mitteln der Europäischen Union

Arbeit und Pflege im Einklang – Unternehmen durch Vereinbarkeit stärken

Projektbeschreibung

Brandenburgische Unternehmen stehen vor großen arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel. Der Großteil der Pflegebedürftigen wird zu Hause versorgt (89 Prozent), und über 60 Prozent der pflegenden Angehörigen sind erwerbstätig. Diese Doppelbelastung führt zu hohem Zeitdruck, physischen und psychischen Belastungen sowie vermehrt zu Arbeitszeitverkürzungen oder beruflichen Ausstiegen. Frauen übernehmen den größten Teil der Pflegearbeit und sind von dieser Doppelbelastung besonders stark betroffen. Einschränkungen ihrer Erwerbstätigkeit erhöhen langfristig auch ihr Risiko für Altersarmut. Angesichts sinkender Erwerbspersonenpotenziale und unbesetzter offener Stellen – vor allem in Kleinstunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen sowie in den Fokusregionen Lausitz und Uckermark – entwickelt sich die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu einer zentralen wirtschafts- und strukturpolitischen Zukunftsaufgabe.  

Projektansatz

Das Modellprojekt verfolgt einen partizipativen und mehrdimensionalen Befähigungsansatz, der betriebliche sowie regionale Sensibilisierung, Führungskräftequalifizierung, Vernetzung in den Regionen, digitale Informationsangebote und praktische Werkzeuge (wie einen Vereinbarkeits-Check und ein KI-basiertes Informationstool) miteinander verknüpft. Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wird dabei nicht als Privatsache verstanden, sondern als gemeinsame strategische Aufgabe von Betrieben, Führungskräften, Beschäftigten und regionalen Unterstützungsstrukturen. Der Fokus liegt praxisnah auf den Bedürfnissen von Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen in den Modellregionen Lausitz und Uckermark, um passgenaue, ressourcenarme Lösungen zu etablieren und bestehende regionale Angebote besser miteinander zu vernetzen. 

Ergebnisse und Transfer

Das Projekt zielt darauf ab, pflegende Beschäftigte im Erwerbsleben zu halten, betriebliche Ausfälle zu reduzieren und die pflegesensible Handlungsfähigkeit sowie Fachkräftesicherung der Unternehmen zu stärken. Durch jeweils partizipativ und iterativ entwickelte Trainings, digitale Informationslösungen und einen engen regionalen Austausch zwischen Unternehmen, Netzwerken und Akteuren (wie Pflegestützpunkten und Wirtschaftsförderungen) entstehen dauerhaft anwendbare Instrumente. Die gewonnenen Erkenntnisse und erprobten sozialen Innovationen werden systematisch aufbereitet und über einen Transferworkshop sowie Fach- und Medienkanäle in der Region und darüber hinaus verbreitet. Damit sollen langfristig stabile, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen unterstützt und ein Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Brandenburg geleistet werden.

Aktuelle Beiträge

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Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in gemeinsamer Verantwortung von Unternehmen und Regionen 

Das Entwicklungsprojekt „Pflege und Beruf im Einklang“ zeigt, wie vielfältig bestehende Ansätze zur Vereinbarkeit bereits sind und welche davon sich für kleinere Betriebe und ländliche Räume eignen. Auf dieser Grundlage wurde ein Ansatz für Brandenburg entwickelt, welcher Unternehmen und regionale Akteure in der Lausitz und der Uckermark informieren, sensibilisieren und befähigen möchte, Vereinbarkeit von Arbeit und Pflege gemeinsam stärker regional zu verankern.

Einem älteren Mann wird beim Rasieren geholfen

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Wie Pflege und Beruf vereinbaren?

Die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Im Land Brandenburg werden die meisten pflegedürftigen Menschen zu Hause versorgt (87 Prozent) – deutschlandweit ein Spitzenwert. Mehr als 60 Prozent der pflegenden Angehörigen sind erwerbstätig. Diese Doppelbelastung aus Pflege und Beruf hat häufig gesundheitliche Folgen.