Arbeit und Pflege im Einklang: Neues Modellprojekt für die Lausitz und Uckermark gestartet
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14. Oktober 2026
Die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege ist eine tägliche Herausforderung. In Brandenburg werden 89 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, und mehr als 60 Prozent der pflegenden Angehörigen sind erwerbstätig. Diese Doppelbelastung bedeutet Zeitdruck sowie körperliche und psychische Belastung.
Viele Betroffene reduzieren deshalb ihre Arbeitszeit oder geben den Beruf ganz auf. Das trifft vor allem Frauen, die den größten Teil der Pflegearbeit übernehmen, und erhöht langfristig ihr Risiko für Altersarmut. Für Unternehmen, vor allem für kleine und mittlere Betriebe in der Lausitz und der Uckermark, bedeutet es den Verlust wertvoller Fachkräfte.
Hier setzt das zweijährige Modellprojekt „Arbeit und Pflege im Einklang“ an, das Anfang Oktober gestartet ist. tamen. entwickelt gemeinsam mit Betrieben und regionalen Akteuren praktische Lösungen: Führungskräfte werden qualifiziert, digitale Hilfen wie ein Vereinbarkeits-Check und ein KI-basiertes Informationstool entstehen, und bestehende Unterstützungsangebote, etwa von Pflegestützpunkten und Wirtschaftsförderungen, werden besser vernetzt.
Das Besondere: Vereinbarkeit wird nicht als Privatsache verstanden, sondern als gemeinsame Aufgabe von Betrieben, Führungskräften, Beschäftigten und regionalen Strukturen. Die Instrumente entstehen partizipativ und sind auf die begrenzten Ressourcen kleiner Unternehmen zugeschnitten. Die Ergebnisse werden über einen Transferworkshop sowie Fach- und Medienkanäle verbreitet.
Das Projekt läuft zwei Jahre und wird im Rahmen der Richtlinie „Soziale Innovationen“ durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) und das Land Brandenburg gefördert.