Innovationen im Praxistest
© tamen
25. Februar 2026
Wie lassen sich technologische Lösungen so bewerten, damit sie im Pflegealltag tatsächlich einen Mehrwert schaffen? Und welche Rahmenbedingungen braucht es, damit aus einer guten Idee eine tragfähige Praxis wird?
Diesen Fragen widmete sich der zweite Tag der von tamen. organisierten Lernreise vom 18. bis 20. Februar 2026 im im Rahmen des Projekts SPOCK – Starke Pflege durch Organisationsentwicklung, Chancengleichheit und Kompetenzerwerb. Pflegekräfte und Leitungspersonen aus acht Brandenburger Einrichtungen besuchten das Pflegepraxiszentrum (PPZ) Nürnberg – Teil des bundesweiten Forschungsclusters „Zukunft der Pflege“.
Das Besondere am PPZ: Technologien werden hier nicht nur vorgestellt, sondern unter realitätsnahen Bedingungen getestet. Für die Teilnehmenden war dies eine wertvolle Gelegenheit zur Orientierung. Denn im dicht getakteten Pflegealltag bleibt selten Raum, neue Lösungen systematisch zu prüfen oder ihre Praxistauglichkeit kritisch zu reflektieren.
Vor Ort stand daher das Ausprobieren im Mittelpunkt.
Ein Beispiel zum Testen waren Exoskelette, die Pflegekräfte beim Heben und Umlagern unterstützen und Rücken sowie Gelenke entlasten können. Ebenso wurden intelligente Betten ausprobiert, die automatisierte Umlagerungsprozesse ermöglichen und so zur Dekubitusprophylaxe beitragen können. Ergänzt wurde dies durch niedrigschwellige Lösungen wie Aktivierungs- und Vibrationskissen, die beruhigend oder stimulierend wirken können. Kleine Interventionen, die – richtig eingebettet – eine spürbare Wirkung entfalten.
Die zentrale Erkenntnis des Tages knüpfte unmittelbar an die Erfahrungen aus dem PPZ Berlin an: Entscheidend ist nicht allein die technische Leistungsfähigkeit einer Innovation, sondern ihre organisatorische Einbettung.
Welche Prozesse müssen angepasst werden? Wer übernimmt Verantwortung? Wie werden Mitarbeitende qualifiziert und beteiligt?
Viele der vorgestellten Lösungen sind sowohl für stationäre Einrichtungen als auch für ambulante Settings denkbar. Ob sie jedoch nachhaltig wirken, hängt maßgeblich von strategischer Vorbereitung und gemeinsamer Reflexion ab. Deutlich wurde: Innovation in der Pflege ist kein Einzelprojekt, sondern auch ein organisationaler Entwicklungsprozess.