Zwischen Nutzung, Bedeutung und Zukunft: Gebäude gemeinsam einschätzen
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21. August 2026
Kirchliche Gebäude prägen viele Orte in der Lausitz – als Kirchen, Gemeindehäuser, Treffpunkte und Orte gemeinsamer Erinnerungen. Gleichzeitig stehen Kirchengemeinden zunehmend vor der Frage, wie sie mit ihren Gebäuden langfristig umgehen möchten und welche Gebäude auch in Zukunft gut zum Gemeindeleben und zu den Entwicklungen vor Ort passen.
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt BEB – „Bewahren. Entwickeln. Beleben – Bauten in der Transformation“, das tamen. gemeinsam mit den Kirchenkreisen Cottbus und Schlesische Oberlausitz begleitet.
Nachdem in den vergangenen Monaten zunächst die unterschiedlichen Regionen und ihre Besonderheiten im Mittelpunkt standen, richtet sich der Blick nun stärker auf die einzelnen Gebäude. Dafür wurden gemeinsam mit Vertreter:innen aus den Kirchenkreisen Einschätzungskriterien entwickelt.
Was braucht es für eine gute Entscheidung?
Ausgangspunkt war die Frage, welche Informationen eigentlich benötigt werden, um sehr unterschiedliche kirchliche Gebäude möglichst nachvollziehbar miteinander betrachten zu können.
Dafür wurden vorhandene Ansätze zur Gebäudeeinschätzung aufgegriffen und gemeinsam weiterentwickelt. Im Kirchenkreis Cottbus geschah dies mit einer Steuerungsgruppe, in der verschiedene Regionen des Kirchenkreises vertreten sind. Im Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz arbeiten Pilotgemeinden aus Görlitz und Hoyerswerda an dem Prozess mit.
In den gemeinsamen Treffen wurden Fragen diskutiert, ergänzt und an die jeweiligen Bedingungen der Kirchenkreise angepasst. Denn ein Einschätzungsbogen kann nur dann eine gute Grundlage für spätere Entscheidungen sein, wenn er auch die Realität der Gemeinden und ihrer Gebäude abbildet.
Mehr als Zustand und Kosten
Entstanden sind Einschätzungsbögen, die bewusst unterschiedliche Perspektiven zusammenführen. Erfasst werden unter anderem die Nutzung und Ausstattung eines Gebäudes, sein baulicher und technischer Zustand sowie Kosten und notwendige Investitionen.
Gleichzeitig geht es um Fragen, die sich weniger leicht in Zahlen ausdrücken lassen: Welche Rolle spielt ein Gebäude im Ort? Welche kulturelle oder ortsgeschichtliche Bedeutung hat es? Wie präsent ist es im Gemeindeleben? Und welche Perspektiven gibt es für seine zukünftige Nutzung?
Damit knüpft die aktuelle Arbeit unmittelbar an die bisherigen Regionsworkshops an. Dort wurde bereits deutlich, dass Entscheidungen über Gebäude nicht allein auf Grundlage von Kosten oder Sanierungsbedarfen getroffen werden können. Ebenso wichtig ist der Blick darauf, wie ein Gebäude in das Leben der Gemeinde und des Ortes eingebunden ist.
Von der Einschätzung zu konkreten Perspektiven
Nun beginnt die nächste Phase: Im Kirchenkreis Cottbus werden die Einschätzungsbögen für die Gebäude im gesamten Kirchenkreis ausgefüllt. Im Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz erfolgt die Erfassung zunächst in den beteiligten Pilotgemeinden.
Im Herbst werden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet. Dabei geht es nicht darum, aus einzelnen Bewertungen unmittelbar Entscheidungen abzuleiten. Vielmehr sollen die Einschätzungen eine gemeinsame Grundlage schaffen, um Stärken, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten der Gebäude sichtbar zu machen.
Darauf aufbauend wird das BEB-Projekt mit ausgewählten Gemeinden weiterarbeiten und für einzelne Gebäude konkreter nach zukünftigen Nutzungen und Entwicklungsmöglichkeiten suchen.
So entsteht Schritt für Schritt eine Grundlage für Entscheidungen, die sowohl die Gebäude selbst als auch die Menschen, Gemeinden und Orte in den Blick nimmt.


