SPOCK-Lernreise: Innovation erleben und verstehen
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20. Februar 2026
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit technologische Innovationen im Pflegealltag tatsächlich entlasten? Und wie können Pflegekräfte aktiv in Veränderungsprozesse eingebunden werden?
Diesen Leitfragen stellten sich am ersten Tag der von tamen. organisierten Lernreise vom 18. bis 20. Februar 2026. Leitungspersonen aus acht Brandenburger Einrichtungen und Pflegediensten reisten im Rahmen des Projekts SPOCK – Starke Pflege durch Organisationsentwicklung, Chancengleichheit und Kompetenzerwerb nach Berlin und Nürnberg, um innovative Praxisbeispiele kennenzulernen.
Erste Station war das Pflege & Wohnen Johannastift in Berlin-Spandau, eine Einrichtung im Cluster „Zukunft der Pflege“. Hier wurde deutlich, dass technologische Innovation längst Einzug in den Pflegealltag gehalten hat.
Ein markantes Beispiel ist ein KI-gestütztes Sturzerkennungssystem. Sensorbasierte Systeme analysieren Bewegungsmuster und melden Stürze in Echtzeit. Für Pflegekräfte bedeutet dies eine schnellere Reaktionsfähigkeit und erhöhte Handlungssicherheit. Für Bewohnerinnen und Bewohner schafft es Schutz und ein erhöhtes Sicherheitsgefühl – insbesondere in Situationen, in denen keine direkte Präsenz möglich ist.
Die zentrale Erkenntnis des Tages ging jedoch über die Technik hinaus: Innovation scheitert selten an fehlenden Geräten, sondern an unzureichender organisatorischer Einbettung.
Damit neue Technologien wirksam werden, müssen Zuständigkeiten, Prozesse, Qualifizierungsmaßnahmen und Führungsstrukturen konsequent mitgedacht werden. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung interner Unterstützerinnen und Unterstützer. Ob Pflegefachkraft, Hausmeister, Qualitätsmanagement oder Einrichtungsleitung – nachhaltige Implementierung gelingt nur, wenn Veränderung gemeinsam von mehreren Akteuren getragen wird.